Wie Fake News Unternehmen dramatisch schaden – Tipps für den richtigen Umgang mit Falschmeldungen

Fake News, Social Bots, Echokammern – Begriffe wie diese haben eine neue Bekanntheit erreicht. Informationen breiten sich rasend schnell über soziale Netzwerke aus. Traditionelle Nachrichtenquellen wie Zeitungen und Fernsehen verlieren an Bedeutung. Dass soziale Netzwerke und die darin verbreiteten Inhalte starken Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung nehmen, ist bekannt. Hinzu kommt, dass in der digitalen Öffentlichkeit jeder Mediennutzer selbst zum Medien- und damit zum Meinungsmacher werden kann.

Hier sind unsere 4 Top-Tipps was Unternehmen sowohl präventiv also auch reaktiv bei Fake News tun sollten:

  • Monitoring der Medien

Mit einem kontinuierlichen Markt- und Medien-Monitoring behält eine Firma die Entwicklung der eigenen Reputation im Auge. So kann der negativen Darstellung und Wahrnehmung des Unternehmens in den Medien und sozialen Netzwerken gegengewirkt werden. Hilfreich kann hier auch das automatisierte Monitoring aller verfügbaren Online-Informationen durch Analysetools sein.

  • Professionelle Krisenkommunikation

Unternehmen sollten in der heutigen Zeit auf mögliche Risiken durch Fake News und Desinformations-Kampagnen vorbereitet sein. Hilfreich ist da ein Notfallplan, der die Unternehmenskommunikation schon vor der Krise ausarbeitet und dann bei Eintritt der Krise sofort im Rahmen des Krisenmanagements umgesetzt wird.

  • Erstellung von Gegendarstellungen bei erkannten Falschmeldungen

Als Teil der Krisenkommunikation empfiehlt es sich mit einer offiziellen Gegendarstellung auf die Vorwürfe zu reagieren. Transparenz zum Beispiel in der Herstellung von Produkten gibt den Kunden tiefere Einblicke in die Herangehensweise eines Unternehmens und stärkt so das Vertrauen.

  • Informationslöschung im Internet

Rufschäden im Internet entstehen häufig durch negative Bewertungen, Fehlinformation in den sozialen Netzwerken und gefälschten Webseiten. Oftmals hilft nur das Löschen dieser kompromittierenden Einträge im Internet. Allerdings gilt der Grundsatz: Das Internet vergisst nichts. Es bedarf häufig professioneller Hilfe, um negative Inhalte auch wirklich dauerhaft löschen zu lassen.

Man muss das Wahre immer wiederholen,
weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird
und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse,
in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten.
Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich
im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.
Johann Wolfgang von Goethe

In der Gesellschaft entsteht zunehmend ein Bewusstsein, dass Informationen manipuliert oder falsch sein können und diese oft gezielt gesteuert werden, um die Öffentlichkeit oder eine bestimmte Zielgruppe zu beeinflussen. Die Einflussnahme auf Inhalte, kritische Kommentare oder das „Faken“ von Nachrichten wird immer einfacher. Dementsprechend wird die Meinungsbildung auch in Zukunft immer häufiger manipuliert werden. Offensichtliche Tatsachen werden durch „alternative Fakten“ in Frage gestellt und gegensätzliche Meinungen im Netzt mit Hass-Kommentaren unterdrückt. Desinformationen werden gezielt dafür genutzt, ein falsches Bild einer Person, Institution oder eines Unternehmens zu verursachen.

Wie erfolgreich solche Desinformations-Kampagnen sind, wissen wir spätestens seit der US-Präsidentschaftswahl 2016. Allerdings haben gezielte Falschmeldungen und manipulierte Informationsherausgabe auch für Unternehmen drastische Folgen, von massiven finanziellen Schäden, geplatzten Übernahme- und Joint Venture-Vorhaben, bis hin zu enorm reputationsschädigenden Auswirkungen.

So erging es auch der Firma Naturale*, einem mittelständischen Hersteller von Naturkosmetik. Zuerst wurden über soziale Netzwerke, vor allem Facebook und Twitter, Meldungen gestreut, dass das Unternehmen seine Produkte an Tieren testet. Nach nur kurzer Zeit wurden auch lokale Medien auf die Anschuldigungen aufmerksam und setzten die Firma weiter unter Druck. Innerhalb einer Woche stürzte der Umsatz um mehr als 17% ein. Der Reputationsschaden für die Firma war massiv. Einige Prominente, die zu Marketingzwecken für das Unternehmen tätig waren, beendeten die Zusammenarbeit. Der bevorstehende Verkauf des Unternehmens an eine Investorengruppe aus Japan wurde von den Käufern auf Eis gelegt. 

Das Problem ist nicht neu, denn mit gezielten Falschnachrichten und Gerüchten soll einem Unternehmen Schaden zugefügt werden. Bis die geschädigte Firma reagieren kann, ist der Schaden meist bereits entstanden und kann oft nicht mehr vollständig behoben werden. Die Bedrohung kann sowohl von Wettbewerbern, Zulieferern, Kunden und den eigenen Mitarbeitern ausgehen. Aber auch Mitglieder der Organisierten Kriminalität und ausländische Nachrichtendienste können Urheber von gezielt manipulierten Informationen sein.

Auch bei Naturale* war der Schaden enorm. Es stellte sich heraus, dass ein Wettbewerber von Naturale* ebenfalls mit der japanischen Investorengruppe über eine mögliche Übernahme verhandelte. Mitarbeiter des Konkurrenten wollten den Verkauf von Naturale* verhindern und der Firma finanziellen Schaden beifügen.

Ob durch üble Nachrede, gezielte Desinformation oder eine Hetzkampagne in den sozialen Netzwerken, ist ein Unternehmen betroffen sind die Schäden massiv: Von Umsatzeinbußen, sinkenden Kundenzahlen, und abwandernden Mitarbeitern und Managern bis hin zum Imageverlust. Unternehmen sollten schnell handlungsfähig sein, wenn schlechte Presse oder eine Desinformations-Kampagne in den sozialen Netzwerken den Ruf zu schädigen drohen.

*(Name von der Red. geändert)

Ihre Ansprechpartnerin:

Frederike Rehn

Consultant Crisis Management
rehn@corporate-trust.de
Tel. 089/599 88 75 80

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