Die Gewährleistung der Sicherheit in Ihrem Fahrzeug trägt neben der Voraufklärung durch Personenschützer und wechselnden Fahrtrouten zu einem ausreichenden Schutzniveau auch außerhalb der eigenen vier Wände bei.
Die Anschaffung einer gepanzerten Limousine kann sehr kostenintensiv sein (etwa 500.000 €) und wird von verschiedenen Premiumautoherstellern ab Werk angeboten. Einige Firmen bieten auch die Nachpanzerung eines Fahrzeugs an. Diese Fahrzeuge stellen im Alltag den besten Schutz dar, wirken jedoch auch einschränkend, da sie aufgrund ihres Gewichtes eine Fahrerlaubnis bis 7,5t benötigen, nicht überall fahren dürfen und der Handyempfang bei geschlossenen Fenstern oft unzulänglich ist.
Es gibt aber auch andere Mittel, sein Fahrzeug vor Gefahren von außen zu schützen. Dazu gehören unter anderem das Anbringen von Sicherheitsfolien an den Fenstern. Diese können ein Zerstören der Scheibe nicht komplett verhindern. Allerdings dauert es deutlich länger, einen Durchbruch zu erzielen. Dies kann im Notfall die notwendige Zeit zur Flucht sicherstellen.
Ein weiteres Mittel ist der Einsatz von mobilen Notrufsendern, die sowohl fest installiert als auch lose im Auto mitgeführt werden können. Diese können den Rettungsdienst oder Sicherheitsmitarbeiter im Notfall durch GPS-Tracking alarmieren. Bei fest installierten Notrufsendern gibt es meist einen versteckten Aktivierungsschalter, den man bei Bedarf unauffällig betätigen kann.
Generell empfiehlt sich der Einsatz von höhermotorisierten Fahrzeugen, um im Falle eines Angriffs schnell die Flucht ergreifen zu können. Dafür bedarf es allerdings auch regelmäßiger Fahrsicherheitstrainings, bei welchen auch bedrohliche Szenarien trainiert und der Umgang mit dem Fahrzeug bei höheren Geschwindigkeiten erlernt werden kann. Diese Trainings werden häufig von den deutschen Premiumherstellern angeboten.
Auch eine defensive Fahrweise kann präventiv Gefahren vorbeugen. Dazu gehört auch, an der Ampel oder im Stau ausreichend Abstand zum nächsten Fahrzeug zu haben, um in einer bedrohlichen Situation schnell den Ort verlassen zu können.
Sollte Sie eine fremde Person außerhalb des Fahrzeugs ansprechen oder um Geld bitten, öffnen Sie Ihr Fenster bestenfalls nicht oder wenn notwendig maximal drei Zentimeter.
Achten Sie auch darauf, teure Wertgegenstände nicht offen im Auto liegenzulassen und persönliche Dokumente (z.B. Briefe oder Pakete) so zu transportieren, dass man Ihren Namen darauf von außen nicht lesen kann.
Stellen Sie stets sicher, dass Ihr Kraftstofftank ausreichend gefüllt ist, und führen Sie etwas Wasser und 1-2 Energieriegel mit sich.
Auch das First-Aid-Kit sollte bestenfalls ausreichend bestückt sein und im Idealfall mit einem AED (Automatisierten Externen Defibrillator) erweitert werden.
Um der Gefahr einer Fahrzeugentwendung entgegenwirken zu können, sollten Sie Ihren Fahrzeugschlüssel nicht in der Nähe der Haustür deponieren, da so sonst die Daten des Fahrzeugschlüssels von außen über spezielle Sender kopiert werden können und man somit problemlos das Fahrzeug starten und entfernen kann. Für die Schlüssel gibt es auch eigens Behältnisse, die ein Abfließen der Schlüsseldaten verhindern können.
Abschließend lässt sich sagen, dass auch die Sicherheit im eigenen Fahrzeug nicht außer Betracht gelassen werden sollte und man ohne großen Aufwand einem Risiko entgegenwirken kann.
Sascha Neukirch
Leiter Personenschutz
