Globale Geschäftsmodelle basieren auf internationaler Mobilität. Vorstandstermine im Ausland, Projektgeschäfte in Schwellenländern, Produktionsstandorte in geopolitisch sensiblen Regionen – internationale Reisetätigkeit ist für viele Unternehmen geschäftskritisch.
Doch die Sicherheitslage hat sich verändert.
2026 stehen international agierende Unternehmen vor einer neuen Qualität geopolitischer Risiken – komplexer, dynamischer und weniger vorhersehbar als noch vor wenigen Jahren.
Die zentrale Frage lautet daher:
Ist Ihre Reisesicherheitsstrategie noch zeitgemäß?

Geopolitische Fragmentierung als Dauerzustand
Die globale Ordnung ist zunehmend multipolar geprägt. Regionale Konflikte, wirtschaftliche Machtverschiebungen und strategische Rivalitäten wirken sich unmittelbar auf die Sicherheit von Geschäftsreisenden aus.
Beobachtbare Entwicklungen:
- Kurzfristige Grenzschließungen und Einreisebeschränkungen
- Sanktionen mit unmittelbaren Auswirkungen auf Geschäftsaktivitäten
- Politisch motivierte Festnahmen oder Befragungen
- Verschärfte Visaprozesse und regulatorische Hürden
- Zunehmende antiwestliche Stimmungen in einzelnen Regionen
Internationale Geschäftsreisen sind längst nicht mehr nur organisatorische Herausforderungen – sie sind sicherheitsstrategische Fragestellungen.

Neue Risikodimensionen für Unternehmen
1. Politische Instrumentalisierung von Geschäftsreisenden
In geopolitisch angespannten Lagen steigt das Risiko, dass ausländische Führungskräfte oder Spezialisten zum Spielball politischer Interessen werden.
Festsetzungen, Ausreiseverzögerungen oder intensive Befragungen können nicht nur persönliche, sondern auch erhebliche reputative und wirtschaftliche Folgen haben.
Unternehmen müssen diese Szenarien realistisch bewerten – auch wenn sie unwahrscheinlich erscheinen.

2. Dynamische Sicherheitslagen in urbanen Zentren
Metropolen mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung sind zugleich Brennpunkte sozialer Spannungen.
Demonstrationen, gewaltsame Ausschreitungen oder gezielte Aktionen gegen ausländische Einrichtungen entstehen oft kurzfristig.
Was gestern noch als sichere Destination galt, kann morgen operative Risiken bergen.

3. Cyber- und Informationsrisiken auf Reisen
Geschäftsreisen sind zunehmend auch Cyberrisiken:
- Kompromittierung von Endgeräten
- gezielte Ausspähversuche in Hotels oder Konferenzzentren
- unsichere Netzwerke
- Social-Engineering-Angriffe
Gerade Führungskräfte und Projektverantwortliche sind attraktive Ziele.

4. Rechtliche und regulatorische Fallstricke
Exportkontrollrecht, Sanktionsregime, Dual-Use-Problematiken oder lokale Compliance-Anforderungen können bereits durch Meetings oder Datentransfers relevant werden.
Unwissenheit schützt weder das Unternehmen noch die Geschäftsführung vor Haftungsrisiken.

Reisesicherheit ist Teil unternehmerischer Sorgfaltspflicht
Internationale Mobilität unterliegt der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.
Unternehmen sind verpflichtet, Risiken angemessen zu bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen zu implementieren.
Eine zeitgemäße Reisesicherheitsstrategie umfasst:
- belastbare Lagebilder und kontinuierliches Monitoring
- strukturierte Reisegenehmigungsprozesse
- individuelle Risikobewertungen vor Abreise
- Krisenreaktionspläne für medizinische, politische und sicherheitsrelevante Notfälle
- Reisesicherheitsschulungen für exponierte Mitarbeitende
Reisesicherheit ist keine organisatorische Nebenaufgabe – sie ist Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung.

Von der Reiserichtlinie zur Resilienzstrategie
Viele Unternehmen verfügen über Reiserichtlinien.
Wenige verfügen über ein integriertes System für Reise- und Auslandssicherheit.
Der Unterschied liegt im Ansatz:
| Reiserichtlinie | Strategische Reisesicherheit |
| Kosten- und Prozessfokus | Risiko- und Resilienzfokus |
| Standardisierte Vorgaben | Individuelle Lagebewertungen |
| Reaktiv | Proaktiv |
| Isoliert betrachtet | Integriert in Krisen- & Risikomanagement |
International agierende Unternehmen benötigen 2026 einen ganzheitlichen Ansatz, der geopolitische Entwicklungen, Cyberbedrohungen und operative Risiken zusammenführt.

Handlungsempfehlungen für Entscheider:innen
- Aktualisieren Sie Ihre Risikobewertungen regelmäßig.
Geopolitische Dynamiken verändern sich schneller als klassische Strategiezyklen.
- Integrieren Sie Reise- und Auslandssicherheit in Ihr Krisenmanagement.
Reisevorfälle eskalieren häufig zu Reputations- oder Governance-Themen.
- Sensibilisieren Sie exponierte Führungskräfte.
Awareness reduziert Risiken erheblich.
- Definieren Sie klare Eskalations- und Kommunikationswege.
Im Ausland zählt jede Stunde.
- Prüfen Sie Ihre Haftungs- und Compliance-Risiken.
Reisesicherheit ist auch eine Frage der Organverantwortung.

Unser Ansatz bei Corporate Trust
Corporate Trust unterstützt international tätige Unternehmen mit einem integrierten Ansatz für Reise- und Auslandssicherheit.
Wir verbinden:
- geopolitische Lageeinschätzung
- Intelligence & Investigations
- Krisenmanagement
- Cybersecurity
- operative Schutzkonzepte
Unser Ziel ist es, Risiken nicht nur zu bewerten, sondern handlungsfähige Strukturen zu schaffen – bevor es kritisch wird.

Fazit
Internationale Geschäftsreisen bleiben unverzichtbar.
Doch die Risikolage ist komplexer und politischer geworden.
2026 ist Reisesicherheit kein administratives Thema mehr –
sondern eine strategische Managemententscheidung.
Wenn Sie Ihre Reisesicherheitsstrategie auf den Prüfstand stellen möchten, sprechen Sie uns an.
