Polizeiliche Kriminalstatistik 2020

Die Kriminalität ist laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2020 (PKS) im Corona-Jahr um 2,3 Prozent gesunken, von 5.436.401 auf 5.310.621 Delikte. Weil viele Arbeitnehmer vermehrt zuhause im Home-Office waren und teilweise Ausgangssperren bestanden, sanken erwartungsgemäß Wohnungs­einbrüche und die Straßenkriminalität, wohingegen Wirtschaftskriminalität und Computerbetrug zunahmen.

Seit 2016 ist die Kriminalität in Deutschland kontinuierlich gesunken. Dies belegt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2020 ganz deutlich, welche am 15.04.2021 durch Bundesinnenminister Horst Seehofer vorgestellt wurde. Waren es 2016 noch 6.372.626 bei der Polizei registrierte Straftaten, so waren es 2020 nur noch 5.310.621 Delikte, also rund eine Million weniger.

Vor allem der Wohnungseinbruchdiebstahl ging im letzten Jahr um 13,9 Prozent zurück, von 87.145 Fällen im Jahr 2019 auf 75.023 Einbrüche im Jahr 2020. Dies ist sicherlich dem Umstand zu verdanken, dass viele Menschen zuhause im Home-Office und die Wohnungen damit bewacht waren. Auch die Ausgangssperren und verstärkte Kontrollen der Polizei im öffentlichen Raum, zur Überwachung von Social Distancing, haben ihren Beitrag geleistet. Gab es 2019 noch 1.075.143 Fälle von Straßenkriminalität, so waren es 2020 nur noch 1.023.791 Delikte, ein Rückgang um 4,8 Prozent.

Wie nicht anders zu erwarten, stieg im gleichen Zeitraum die Computerkriminalität und hier vor allem die Fälschung beweiserheblicher Daten bzw. Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung um 22,7 Prozent, der Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Daten von Zahlungskarten (§ 263a StGB) um 18,5 Prozent und die Datenveränderung / Computersabotage um 18,4 Prozent. Einen ebenso starken Anstieg gab es bei der Wirtschaftskriminalität zu verzeichnen, nämlich um 21,5 Prozent von 20.484 Delikten im Jahr 2019 auf 29.174 Straftaten im Jahr 2020. Dies ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass viele Arbeitnehmer überraschend schnell ins Home-Office geschickt wurden, obwohl digitale Strukturen noch nicht ausreichend gut geschützt waren, und auch das Online-Shopping deutlich zunahm.

Generell sollte sich jeder Gedanken machen, ob sich die Kriminalitätslage auch weiterhin so entwickelt, oder ob nach dem Abflauen der Corona-Krise auch die Wohnungseinbrüche und Überfälle wieder deutlich zunehmen. Die Organisierte Kriminalität (OK) verlagert ihre Aktivitäten zwar zunehmend in den digitalen Bereich, weil es einfach ist, damit an Geld zu kommen und sie über die nötigen Hacker verfügen. Die Corona-Krise wird jedoch auch viele Menschen in die Arbeitslosigkeit und damit unter Umständen gefühlte Ausweglosigkeit treiben, die nicht über entsprechende Computerkenntnisse oder ein Netzwerk zu Hackern verfügen. Für sie wird ein Diebstahl, Einbruch oder Überfall vielleicht der vermeintlich letzte Ausweg sein. Daher ist auch in diesen Kriminalitätsbereichen wieder mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen.

Autor:

Christian Schaaf ist Geschäftsführer von Corporate Trust und spezialisiert auf Personenschutz.

schaaf@corporate-trust.de
Tel. +49 (89) 599 88 75 80

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