Verhalten bei einem Raubüberfall

Im Jahr 2021 wurden 30.125 Raubüberfalle erfasst, das sind mehr als 82 Taten jeden Tag.

Täglich lesen wir in den Medien, dass es wieder einen Überfall auf einen Supermarkt, Tankstelle oder einzelne Personen gegeben hat. Das Motiv der Täter ist dabei meist das Gleiche: Einen finanziellen Vorteil durch Wegnahme von Wertgegenständen oder Bargeld zu erlangen, unter Einsatz oder Androhung von Gewalt.

Es ist zu beobachten, dass die Täter dabei immer radikaler und hemmungsloser vorgehen. Selten erfolgt ein Raub ohne Einsatz von Waffen oder deren Androhung. Erschreckend ist auch, dass sowohl Täter als auch Opfer immer jünger werden. Angriffe von Minderjährigen sind längst keine Seltenheit mehr.

Aber was können Sie tun, wenn ein oder mehrere Täter Sie als Opfer ausgewählt haben und man aus der Situation nicht mehr herauszukommen scheint?

Präventiv kann man schon einige Maßnahmen treffen:

  • Wichtig dabei ist, auf seine Umgebung zu achten, um potenzielle Täter frühzeitig zu erkennen. Kopfhörer mit lauter Musik sind dafür eher kontraproduktiv, da man so deutlich weniger von seiner Umwelt mitbekommt.
  • Ein gesundes Selbstbewusstsein ausstrahlen, kann auch sehr abschreckend wirken, da sich die Täter meist schwächer wirkende Personen aussuchen.
  • Halten Sie ihr Smartphone breit, um im Notfall schnell die Polizei alarmieren zu können. Moderne Handys haben dafür in der Regel eine Schnellwahlfunktion. Bei Apple Geräten ist es das 5-malige Betätigen der Seitentaste. Alternativ funktioniert das auch über Smartwatches, die mit dem Handy verbunden sind oder eine eSim beinhalten.

Zuerst sollten Sie aber sicher gehen, dass der oder die Verfolger auch wirklich Sie meinen. Vergewissern Sie sich, ob Sie tatsächlich verfolgt werden, indem Sie die Straßenseite wechseln. Bleiben die Verdächtigen weiter hinter Ihnen, versuchen Sie sich auf gut beleuchteten und belebten Straßen zu bewegen. Bestenfalls gibt es in der Nähe öffentliche Gebäude oder Bahnhöfe mit Kameraüberwachung und viel Publikumsverkehr.

Sind Sie ein guter Läufer, dann laufen Sie! Verfolgungen ziehen schnell Aufmerksamkeit mit sich und alarmiert automatisch Außenstehende. Ist die Flucht nicht gelungen und die Täter bedrohen Sie bereits, sollten Sie materielle Dinge zügig herausgeben, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Kommt es trotzdem zur körperlichen Konfrontation und der oder die Täter sind Ihnen eindeutig überlegen, gilt es seine wichtigsten Organe zu schützen.

An erster Stelle steht dabei der Kopf, um nicht das Bewusstsein zu verlieren und somit die Schutzhaltung aufzugeben. Legen Sie dafür Ihre Handflächen flach auf den Kopf und halten die Ellenbogen eng vor dem Gesicht. Diese und weitere Abwehrmaßnahmen können bei Selbstverteidigungskursen sehr gut trainiert werden um stumpfe Gewalteinwirkung wie Schläge oder Tritte auf den Kopf abmildern.

Machen Sie lautstark auf sich aufmerksam, um außenstehende Passanten zu alarmieren. Ist der Überfall und der erste Schock überwunden und Sie haben keine äußeren Verletzungen, sollten Sie sofort die Polizei informieren. Achten Sie dabei auf eine genaue Täterbeschreibung und besondere Merkmale. Im Nachgang sollten alle Kreditkarten gesperrt und ihre zuständige Bank informiert werden.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, keine teuren Wertgegenstände oder viel Bargeld bei sich zu haben, um nicht als „lohnendes Opfer“ zu wirken. Sollten Sie Zeuge eines Überfalls sein, geht auch da der Eigenschutz vor! Zuerst die Polizei informieren und dann gegebenenfalls Maßnahmen zur Nothilfe treffen, allerdings unter Berücksichtigung der Eigensicherung.

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