
Unzufriedenheiten mit dem politischen, ökonomischen und ökologischen Status Quo spiegeln sich seit geraumer Zeit auf den Straßen zahlreicher Länder wider. Nachdem im Zuge der Covid-19-Pandemie vielerorts regierungsfeindliche Stimmungen und ein generelles Misstrauen gegenüber Autoritäten offenkundig wurden, zeigte sich auch nach dem pandemischen Höhepunkt, dass Probleme lediglich verschärft wurden, die bereits vor 2020 existierten. Bestehende Unsicherheiten aufgrund ökonomischer Instabilitäten, eines drakonischen Kriegs im Osten Europas, rascher technologischer Fortschritte und einer Klimakrise mit verehrenden Auswirkungen auf Mensch und Natur veranlassen Teile der Bevölkerung vermehrt dazu, ihren Unmut öffentlich kundzutun. Viele Länder sehen sich insofern mit anhaltenden und zunehmend gewaltsamen Protesten konfrontiert.
Die globale Dimension von Protestereignissen wird zunächst in der Anzahl betroffener Länder deutlich. Seit 2017 ereigneten sich laut Global Protest Tracker des Carnegie Endowment for International Peace, ein in Washington, D.C., ansässiger Think Tank, umfangreiche Straßenproteste gegen die Regierung(-spolitik) in über 132 Ländern. Neben der räumlichen Ausdehnung von Protestwellen ist auch deren quantitative Vorkommnis gestiegen. Gemäß dem Global Peace Index von 2020, herausgegeben von dem australischen Think Tank Institute for Economics and Peace, verdreifachte sich zwischen 2011 und 2019 die Anzahl ziviler Unruhen. Im gleichen Zeitraum verneunfachte sich die Anzahl von Generalstreiks. Der Global Peace Index von 2022 verdeutlicht ferner, dass die Intensität gewalttätiger Demonstrationen zwischen Januar 2008 und Juni 2022 um etwa die Hälfte anstieg. Südasien, vor allem die Länder Indien, Sri Lanka, Bangladesch und Pakistan, verzeichnete hierbei die häufigsten und gewalttätigsten Demonstrationen.
Wenngleich Proteste kein neues Phänomen darstellen, so ist deren Häufigkeit und Ausbreitung nicht zu verkennen – vor allem im Hinblick auf die Sicherheit von Reisenden im In- und Ausland. So können zivile Unruhen zu weiträumigen Verkehrsbehinderungen führen, was wiederum in Verzögerungen bei der Anfahrt zu Flughäfen, Bahnhöfen oder anderen Verkehrsknotenpunkten münden kann. Reisende laufen beispielsweise Gefahr, ihren Flug zu versäumen und an Flughäfen zu stranden – ein Szenario, das insbesondere in unsicheren Ländern erhöhte Sicherheitsrisiken bergen kann. Da Proteste ein hohes Eskalationspotential innehaben und in kürzester Zeit in Gewalt umschlagen können, beispielsweise aufgrund von Zusammenstößen zwischen Demonstranten und staatlichen Sicherheitskräften, können zusätzliche Risiken für die persönliche Sicherheit von Reisenden entstehen, insbesondere, wenn sich diese in der Nähe von Protestorten oder an Orten aufhalten, die als potenzielle Ziele gewaltsamer Protestierender gelten.
Aufgrund der unstetigen Natur von Protesten sollten Personen vor Antritt einer Reise mit dem Risikoprofil des Ziellandes, jüngsten Lageveränderungen sowie bestehenden und neuen Risiken vertraut sein. Länderportale, aktuelle Reisehinweise der Regierung und eine professionelle Sicherheitsberatung unterstützen Reisende dabei, stets über aktuelle Protestentwicklungen informiert zu bleiben. Sicherheitsschulungen bereiten Reisende zudem auf unumgängliche Protestsituationen vor, indem präventive und reaktive Verhaltensweisen vermittelt und eingeübt werden. Signifikante Verschlechterungen der Sicherheitslage können ferner die Umbuchung der Reise, das Meiden gewisser Regionen sowie, falls nötig, das Einleiten zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen vor Ort wie die Begleitung durch professionelles Schutzpersonal bedürfen. Der Zugriff auf Sicherheitsexperten, welche den Reisenden rund um die Uhr zur Verfügung stehen, gewährleistet obendrein eine professionelle Unterstützung bei Eintritt einer Krisensituation.
Eine zunehmend von Protesten gezeichnete Welt erfordert adäquate Antworten, auch im Bereich der Reisesicherheit. Die Einleitung zugeschnittener risikominimierender Maßnahmen vor und während der Reise sollte hierbei stets oberste Priorität einnehmen, um auch in Zukunft den Schutz von Reisenden im In- und Ausland sicherzustellen.
