Höheres Einbruchrisiko an Feiertagen

Ein Wohnungseinbruch beeinträchtigt erheblich das eigene Sicherheitsgefühl. Jemand war in dem Allerheiligsten – den eigenen vier Wänden – und hat sogar in der Unterwäsche rumgewühlt.  Eine furchtbare Vorstellung. Vielleicht wurde man zuvor sogar über längere Zeit ausspioniert. Viele Betroffene fühlen sich nach einem solchen Vorfall nicht mehr wohl und müssen ihren Wohnsitz wechseln. Gerade an den kommenden Feiertagen steigt das Risiko eines Einbruchs wieder deutlich an.

2020 gab es bundesweit 75.023 sogenannte Wohnungseinbruchdiebstähle, 2021 waren es hingegen nur 54.236 Fälle. Der Rückgang um 27,7 Prozent ist grundsätzlich ein gutes Signal, sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies immer noch 149 Fälle pro Tag bedeutet. Ein Großteil der Einbrüche findet in den Herbst- und Wintermonaten zwischen 10.00 und 20.00 Uhr statt. Ein Zeitpunkt also, bei dem die Täter vermuten, dass die Anwohner nicht zuhause sind. Der Dezember ist statistisch der „gefährlichste Monat“. Hier gibt es am wenigsten Tageslicht und die Diebe können die Dunkelheit ausnutzen.

Zu den Feiertagen sind viele auf Familienbesuch. Leerstehende Garagen oder unbeleuchtete Wohnungen geben den Tätern ein klares Signal, hier ist man ungestört. Aus verschiedenen europäischen Ländern sind bereits Trends bekannt, dass gerade in der Vorweihnachtszeit verstärkt als Paketdienst getarnte Räuberbanden unterwegs sind. In ihren Uniformen fallen sie nicht auf, wenn sie ein Objekt ausbaldowern, z.B. klingeln oder in Gärten gehen bzw. auch mal durch das Fenster blicken, ob jemand zuhause ist. Ein vor die Tür gelegtes Paket, welches am nächsten Tag immer noch an Ort und Stelle liegt, zeigt den Tätern, dass offensichtlich niemand zuhause ist.

Selbstverständlich sollten Paketdienste nicht vorverurteilt werden. Gerade in der Vorweihnachtszeit haben sie alle Hände voll zu tun, um noch rechtzeitig alle Weihnachtsgeschenke auszuliefern. Allerdings schadet eine gewisse Aufmerksamkeit trotzdem nicht, ob der Lieferdienst nur ein Paket austragen will oder sich auffällig für das Haus interessiert.

Generell sollten Wohnungen und Häuser nie den Eindruck hinterlassen, dass sie leer stehen. Permanent geschlossene Rollläden, leere Garagen und unbeleuchtete Objekte sind wie eine Einladung. Daher sollte besonders darauf geachtet werden, dass Garagen beim Verlassen geschlossen werden, in den Häusern auch nachts Lampen durch eine Zeitschaltuhr betrieben werden und vor allem der manuelle und elektronische Einbruchschutz hoch ist.

Zum Autor:

Christian Schaaf war früher Kriminalbeamter und ist heute Geschäftsführer der internationalen Sicherheitsberatung Corporate Trust.

Tel. 089-599 88 75 80

schaaf@corporate-trust.de

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